Die Wahrheit – Die Störung 3

Vor ein paar Wochen schrieb ich hier, dass mich der zweite Teil der „Die Störung„-Trilogie recht ratlos zurückgelassen hat. Und wie gern ich weiterlesen würde, was ich nicht konnte, weil Band 3 noch nicht erschienen war.

Jetzt ist Band 3: „Die Wahrheit erschienen. Und da eine längere Bahnfahrt anstand, habe ich es mir flux bei Audible runtergeladen und angehört.

Das Raumschiff Shepherd-1 ist unterwegs zum sonnennächsten Stern. Die Besatzung hat ein neuartiges Teleskop im Gepäck – und womöglich die Antwort auf die Frage, unter welchen Umständen das Universum entstanden ist und ob Gott dabei seine Hand im Spiel hatte.

Die Antwort erreicht nie die Erde. Als dann auch noch die Verbindung völlig zusammenbricht, macht sich das ehemalige Crewmitglied Benjamin auf den Weg und lässt sein Bewusstsein zur Shepherd-1 schicken. Obwohl ihm ein Gegner Knüppel zwischen die Beine wirft, findet er den Schuldigen. Dass es keinerlei Mittel dagegen zu geben scheint, bleibt nicht einmal sein einziges Problem: Das Schiff, das kurz vor der Zerstörung steht, erreichen auch noch Funksignale aus dem interstellaren Raum.

Benjamin hat nur eine Chance: Er muss sich mit seinem Gegner zusammentun, um die Gefahr für seine Freunde und die Erde abzuwehren und vielleicht dabei der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Tja…

Fangen wir mit dem Guten an: Die Geschichte findet ein Ende. Das wird auch Zeit, denn so langsam gehen einem die Charaktere doch gehörig auf den Senkel. Das liegt vor allem daran, dass Morris es nicht schafft, das Potential von Androiden mit menschlichem Bewusstsein zu nutzen. Die unfreiwillige Komik des Staubsauer- und des Sexroboters aus Band 2 tragen nicht weiter und die doppelte Frauen-Rolle ist auch nicht hilfreich. Am meisten nervt aber das Herum-Gockeln der Protagonisten.

Das führt auch zum größten Problem der Geschichte: Man möchte das Ende innovativ finden und es hat Potential zu einem neuen, noch größeren Story-Bogen. Aber man kann sich nicht auf die Entwicklung im letzten Teil der Geschichte konzentrieren, weil die Menschelei der Roboter (sorry, das ist wirklich so dämlich wie sich die Worte lesen) die Entdeckung und die damit verbundenen Implikationen überdeckt.

Das führte bei mir leider dazu, dass ich an der Stelle, an der es endlich spannend wurde, innerlich abgeschaltet hatte und mich nur noch von der Geschichte habe berieseln lassen. Und es macht auch überhaupt keinen Sinn, einen Lückenfüller an den nächsten zu hängen und das Ende dann hoppla hopp über den Leser oder die Leserin kommen zu lassen.

Und das ist auch die Tragik der Geschichte: Man hat das Gefühl, dass sie Morris im Laufe der Zeit, insbesondere aber in Band 3, die Geschichte über den Kopf wächst. Das er sich selbst vor dem fürchtet, was er geschaffen hat und sich daher auf das konzentriert, was er aus dem täglichen Leben kennt.

Und das Fazit?

Durchwachsen. Man kann die Trilogie durchaus lesen. Und das Ende in Band 3 und das vorläufige Ende der Geschichte ist durchaus so innovativ wie sie begonnen hat. Band 1 baut das schön auf, Band 2 führt das gut weiter, in Band 3 muss man halt vielleicht einfach 1 oder zwei Drittel der Geschichte überlesen und sich auf das Ende konzentrieren.

Wenn man das schafft, endet das Buch damit, dass man hofft, den Ersten noch ein Mal zu begenen.

Vielleicht in einem Restaurant am Rande des Universums. Wem das nichts sagt. Pech. Wem das was sagt: Jo, das war definitiv eine der Geschichten, von denen Morris selbst beeinflusst wurde 😉

 

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