Jenseits der Ordnung: 12 weitere Regeln für das Leben

Vor einigen Jahren habe ich das Buch “12 Rules for Life: An Antidote to Chaos” von Jordan B. Peterson gelesen. Was ich besonders interessant fand war, wie sehr das Buch polarisieren konnte und wie viel Nachdenken es erforderte.

Nunmehr ist die Fortsetzung “Beyond Order: 12 More Rules for Life” erschienen und ich habe sie gelesen und gehört. Und das hat eine Weile gedauert.

Das liegt daran, dass wie schon das erste Buch, vieles in dem Buch zu verstehen ist. Nicht in der Form von “Lesen -> Verstehen”, sondern in der Form von “Lesen -> Nachdenken -> eventuell noch mal lesen -> Verstehen”.

Der Stil ist unverkennbar Peterson und doch anders. Das mag daran liegen, dass er das Buch in weiten Teilen während einer schweren Erkrankung geschrieben hat – dabei handelte es sich unter anderem um eine Sucht nach Beruhigungsmitteln, die er anfing zu nehmen, als der Hype um seine Person nach dem ersten Buch richtig los ging.

Die Art, wie hier die persönliche Entwicklung vollkommen offen dargelegt wird, gibt dem Buch einen sehr viel persönlicheren Touch, als beim Ersten.

Der inhaltliche Unterschied zwischen den Bänden ist m. E. n. das der erste Teil auf die Frage abstellt, wie man sein eigenes Leben in den Griff bekommt. Und der Zweite sich mit der Frage beschäftigt, was eigentlich einen “guten” von einem “schlechten” Menschen unterscheidet und wie wir die Wahl für uns treffen können.

Wie schon im ersten Teil finden relativ häufig auch Rückgriffe auf das westliche Glaubenssystem statt, vor allem auf die Bibel. Das mag im ersten Moment Menschen, die nichts mit Kirche am Hut haben, erschrecken. Macht aber erstaunlich viel Sinn, weil man (aka ich) lernt zu verstehen, in wie weit die Bibel eine schriftliche Niederlegung von Gesellschaftsnormen ist, die zum Teil heute noch von Bedeutung sind.

Ich bin sicher, dieses Buch teilt seine Leserschaft in Fans, Gegner und solche, die es nicht verstehen. Wer sich aber die Mühe gibt, die beiden Bücher intensiv und vor allem mit viel  Zeit zu lesen, der erhält intensive und spannende Einblicke in die Frage, wie die menschliche Psyche funktioniert. Warum wir funktionieren, wie wir funktionieren.

Wer sich zudem nicht scheut, Dinge zu hinterfragen und nicht alles gesagte/geschriebene einfach hin zu nehmen, wird eher spannende Tage, denn Stunden mit diesem Buch verbringen. Und schon dafür lohnt es sich.

(Das Hörbuch gibt es derzeit nur auf Englisch, gelesen vom Autor. Das ist gewöhnungsbedürftig – wenn man sich aber dran gewöhnt hat, kann man tatsächlich stundenlang zuhören.)

 

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