Wenn ein Fairy Tale kein Märchen ist

Ich war gerade in der Buchhandlung meines geringsten Misstrauens, die mir netterweise die deutsche Ausgabe von „Fairy Tale“ von Stephen King bestellt hatten. Und ich bin ein Mal mehr ratlos.

das deutsche Cover von "Fairy Tale" von Stephen KingDas Buch ist fast 900 Seiten lang und kostet saftige 28€. Ja richtig, ein einzelnes Buch für 28€. Das ist meiner Meinung nach unglaublich viel.

Und es macht mich ratlos. Auf der einen Seite ist die deutsche Buchpreisbindung vermutlich mit der Grund dafür, dass es kleine, unabhängige Buchläden wie die Lesezeit überhaupt noch gibt.

Auf der anderen Seite weiß ich aber nicht, ob der Bogen nicht völlig überspannt ist. Denn ich habe ein paar Probleme mit der deutschen Ausgabe:

Klar, über das Design kann man streiten. Es gibt bestimmt Leute, die das mögen. Und auch dieser eklige rote „Spiegel-Bestseller“-Aufkleber auf allen Büchern macht mich missmutig, ich will keine Aufkleber auf meinen Büchern.

das Cover der englichschen Version von Fairy Tale von Stephen KingWas mich aber so richtig sauer macht ist, dass das englische Buch nicht nur das schönere Cover hat, nicht nur weil es besser zum Inhalt passt.

Sondern vor allem die Tatsache, dass das englische Hardcover für knapp 16 Euro zu haben ist. Ja richtig gelesen: Ich bekomme fast 2(!) englische Hardcover-Versionen für 1(!) Deutsche.

Angesichts der rasenden Inflation, des niedrigen Einkommensniveaus und der allgemein schwierigen Situation vieler Menschen in Deutschland frage ich mich, ob das ernsthaft sein muss.

Wenn ich doch Menschen Bücher näher bringen möchte, dann müssen diese doch erschwinglich sein. Und niemand kann mir sagen, dass Bücher wie von King einen so hohen Preis brauchen um die Gewinnschwelle zu brechen. Klar, jetzt könnt Ihr mit Mischkalkulation kommen und weniger erfolgreichen Büchern die dann unterstützt werden können und so weiter und so fort.

Das ändert aber alles nichts daran, dass die Bücher für viele Menschen in Deutschland mittlerweile unbezahlbar sind, sofern nicht auf das Taschenbuch gewartet wird. Und das finde ich für das selbsternannte „Land der Dichter und Denker“ ein echtes Armutszeugnis.

Das englische Buch hat übrigens ein etwas anderes Format und daher nur knapp 600 Seiten – aber das nur am Rande.

 

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