Tod auf dem Nil

Vor ein paar Jahren sah ich die Neuverfilmung von „Mord im Orientexpress“ und fand sie ganz gut. Da fand ich es schön zu sehen, dass mit „Tod auf dem Nil“ ein weiterer Klassiker von Agatha Christie um den schrulligen Hercule Poirot ins Kino kommen sollte.

Und nach dem sehen lässt der Film mich extrem gespalten zurück.

Ein Teil von mir mochte den Film, auch wenn mir der Subplot um Poirot’s ehemalige Liebe auf den Senkel ging. Der Film nahm sich Zeit die Figuren vorzustellen und in die Geschichte um Liebe, Betrug und Mord einzutauchen.

Es gibt aber meist kein Licht ohne Schatten und tatsächlich gibt es hier einen großen, sehr großen grünen Schatten: Greenscreen.

Offensichtlich ist der Film nicht vor Ort gedreht, sondern im Studio. Was ja nicht schlimm ist, sähen die Außenaufnahmen nicht so furchtbar kitschig nach Computerspiel und wenig nach echter Landschaft aus. Die Grafiken hätten eher nach Assassins Creed gepasst – da wären sie toll gewesen. So sah das ungewollt komisch aus – mal ganz abgesehen von der absolut unnötigen Krokodil-Szene.

Das Problem ist, dass der Film versucht, opulente Bilder zu zeigen, die über kleinere Schwächen, vor allem der Darsteller*innen, hinwegtäuschen sollten und vielleicht auch darüber, dass der Regisseur auch der Hauptdarsteller ist und sich vielleicht ein bisschen zu sehr selbst in Szene setzt.

Anyway….

Die Kernfrage ist ja immer: Habe ich mich gut unterhalten gefühlt? Und das habe ich. Eine andere Frage ist, ob Otto-Normalfilmschauerin sich so an den Bildern stören würde, wie ich? Vermutlich nicht.

Insofern komme ich mal zu dem Ergebnis, dass der Film durchaus unterhaltsam ist und man ihn sich anschauen kann, wenn man mal was anderes als DC- oder Marvelsuperheldengeballer sehen möchte.

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