The Reluctant Fundamentalist
Vor einer ganzen Weile habe ich auf Youtube einen kurzen Clip aus einem Film mit K. Sutherland gesehen, den ich ziemlich spannend fand. Ungefähr dieser:
Also habe ich mich mal auf die Suche gemacht und fesgestellt, dass das aus dem Film „The Reluctant Fundamentalist“ ist.
Die Blueray war schnell gefunden und wanderte ins digitale Archiv, wo sie eine Weile blieb. Bis sich ein Videoabend anbot, den Film mal zu sehen. Und Spoiler: Ich hätte ihn viel früher sehen sollen.
Der Film erzählt in sehr ruhigen Bildern die Geschichte von Changez Khan, der als junger Mann davon träumt in den USA als Analyst erfolgreich zu sein. Sohn eines geachteten aber verarmten Poeten aus Pakistan setzt er alles darauf, durch Fleiß und Arbeit den amerikanischen Traum zu verwirklichen.
Als wir ihn im Film kennenlernen, ist er aber eine eher undurchsichtige Machtfigur, die möglicherweise in die die Entführung eines amerikanischen Professors verwickelt ist.
Die Frage, welche Rolle Kahn spielt, wird in Rückblicken erzählt, während er dem vermeintlichen Journalisten Lincoln seine Lebensgeschichte erzählt. Und diese Erzählung hat es in sich:
Im Kontext der Anschläge von 9/11 wird deutlich, dass Menschen manchmal nicht ihrer Herkunft entfliehen können. Nicht, weil sie selbst nicht wollen würden, sondern weil die Gesellschaft sie in eine Rolle zwängt, die man ihnen andichtet. Und auch unabhängig davon, ob es so sein muss oder nicht.
Khan stellt sich als Getriebener heraus, zwischen seiner Vergangenheit und seiner Zukunft, zwischen Leben und Politik, zwischen Träumen und Realitäten.
Das was dem Film sehr eindrucksvoll gelingt ist zu zeigen, dass es in Kulturkämpfen keine Gewinner geben kann. Sondern nur einen Verlierer, die Menschlichkeit.
Was ich allerdings so gar nicht verstehen kann ist, warum der Film ab 16 ist. Das ist meiner Meinung nach nicht notwendig. Er ist nicht blutig, verzichtet auf wilden Sex oder Horror. Er ist eine sehr gut erzählte Geschichte.
Und als solche würde ich sie Euch empfehlen. Schaut Euch den Film mal an – ich verspreche Euch, dass er Euch nachdenklich zurücklassen wird. Und auch ein bisschen betrübt, denn der Film hat nicht nur keine Lösung für die Probleme und Fragen, die er aufwirft. Er macht auch klar, dass unsere Gesellschaft, so wie sie heute ist, vollkommen unfähig sein dürfte, Lösungen und Antworten zu finden.
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