The Chaos Machine: The Inside Story of How Social Media Rewired Our Minds and Our World
English Version at Goodreads
Vor einer ganzen Weile habe ich mir das Buch „The Chaos Machine: The Inside Story of How Social Media Rewired Our Minds and Our World“
von Max Fisher bestellt und in der Weihnachtszeit endlich lesen können.
Der Klappentext las sich jedenfalls vielversprechend:
„The Chaos Machine is the story of how the world was driven mad by social media. The election of populists like Trump and Bolsonaro; strife and genocide in countries like Myanmar; the rampant spread of COVID-19 conspiracy theories as deadly as the pandemic itself; all of these are products of a breakdown in our social and political lives, a breakdown driven by the apps, companies and algorithms that compete constantly for our attention.
Max Fisher is a leading New York Times technology reporter whose work has covered the way that social media sites – driven increasingly by artificial intelligence rather than human ingenuity – push users towards more and more extreme positions, deepening the divisions in society in pursuit of greater engagement and profit. With extraordinary access to the most powerful players in Silicon Valley, and with testimonies from around the world of the havoc being wreaked by our online selves, The Chaos Machine shows us how we got to this uniquely perilous moment – and how we might get out of it.“
Okay. Tja. Wie soll ich sagen?
Tatsächlich ist das Buch sehr gut. Allerdings musste ich es immer wieder bei Seite legen und mir eine Pause vom Lesen gönnen. Ja, natürlich wissen wir im Groben und Ganzen, wie Facebootk, Twitter und Co funktionieren. Das sie dahin optimiert sind, unsere Aufmerksamkeit zu fesseln und auch dahin, dass sie solche Beiträge übermäßig stark puschen, die das Schlechte im Menschen hevorholen. Wir wissen schon seit der Bild-Zeitung, dass sich Blut gut verkauft.
Das Problem ist, dass das Buch selbst wie eine wissenschaftliche Arbeit sauber recherhiert und belegt ist. Das mit Menschen gesprochen wird, die sich auskennen, die selber Opfer der Social Media – Hysterie wurden oder die an der Entstehung beteiligt waren.
Was so erschreckend ist, ist mit welcher Kaltschnäuzigkeit Menschen wie Zuckerberg menschliche Tragödien wie in Myanmar wissentlich hinnehmen – und sich nicht nur weigern, etwas dagegen zu unternehmen, sondern daraus Lehren ziehen, wie man noch mehr Hass und Zwietracht in noch mehr Klicks und Verweildauer ummünzen kann.
Wir lernen aber auch, dass Finanzierungsstrategien im Siicon Valley genau das fordern und ein Mal mehr werden wir damit konfrontiert, wie leicht wir zu manipulieren sind – und wie wir manipuliert werden – schöne Grüße von Trump und Musk.
Kombiniert man die heute schon gigantische Macht der großen Sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter mit dem, was aus dem KI-Lager zu erwarten ist, wie es z. B. in „The Coming Wave“ vorgezeichnet wird, bleiben eigentlich nur zwei Fragen:
1) Warum sind Regierungen so unfassbar langsam und dämlich, was die Regulierung solcher Netze anght?
2) Warum lassen wir als Gesellschaft zu, dass unsere individuellen Schwächen tausendfach verstärkt zu dem Hass werden, den wir jeden Tag erleben?
Das Buch ist ein Must-Read für Menschen, die sich mit der Gesellschaft im digitalen Zeitalter beschäftigen. Es ist auch ein Ratgeber, was wir und was Politik dringend machen müsste.
Das, was wir Menschen machen, wenn wir dem glauben, was soziale Netze und vorgaukeln und die Leichtigkeit, mit der wir uns für Geld und Macht an automatische Systeme verkaufen lassen, ist dagegen in einer so komprimierten Form fast unerträglich zu lesen.
Ist das Buch eine Empfehlung wert? Klares Ja.
Macht es schlechte Laune? Leider Ja.
Können und müssen wir daraus etwas lernen? Klares JA!
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