STARK – The Dark Half

Ich muss noch sehr jung gewesen sein, als ich das Buch „The Dark Half“ von Stephen King das erste Mal gelesen habe. Das Buch erschien 1989, vermutlich habe ich es nicht lange danach in der Stadtbibliothek entdeckt und mitgenommen.

Seit Jahren hat Thad Beaumont unter dem Pseudonym George Stark erfolgreich blutrünstige Thriller veröffentlicht.

Als das Pseudonym aufgedeckt wird, beschließt er, sein Alter Ego »umzubringen«.

Kurz darauf kommt es zu einer Mordserie in der Kleinstadt, unter den Opfern sind jene, die sich an dem symbolischen Begräbnis beteiligt haben.

Ist George Stark wieder zum Leben erwacht?

Ich weiß noch, dass ich das Buch damals ziemlich gruselig fand und obwohl es nicht zu meinen Lieblingsbüchern, also auch zu denen, die ich regelmäßig lese, gehört, hat es doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen – ich konnte mich ziemlich genau an die Story erinnern.

Das Buch heute, fast 40 Jahre später, zu lesen, kann natürlich nicht mehr den gleichen Schauer erzeugen, der einem den Rücken herunterläuft. Trotzdem ist das Buch bemerkenswert gut, weil es einen eher subtilen Horror mit sich bringt, der allerdings teilweise dann doch recht blutdurstig ausgelebt wird.

Der Leser von heute fragt natürlich, anders als das Kind von damals, ob das Buch nicht in gewisser Weise auch auf die Dualität des Autors anspielt – der ja zwischendurch Bücher unter dem Pseudonym „Richard Bachmann“ veröffentlicht hat und der zu dem Zeitpunkt ungefähr 10 Jahre existierte. Und dessen eigentlicher Erfolg erst eintrat, als bekannt wurde, wer wirklich dahinter steckt. Und 1985 lies King sein Alter Ego Bachmann spontan an Krebs sterben.  Und jetzt lest noch mal den Klappentext 😉

Das Buch ist heute eigentlich nur für eingefleischte Fans von King eine Empfehlung wert. Alle anderen, vor allem Menschen die mit dem Begriff Castle Rock Zyklus nix anfangen können, werden nur denken: Hä?

Und das vermutlich zu recht. Denn schließlich finden wir hier vieles von dem, was Leser*innen die nur wenig von King kennen, ihm vorwerfen: Zu langes vorgeplänkel, offene Fragen, krude Logik und ein Ende für das der Begriff „underwhelming“ erfunden wurde.

Die-Hard-Fans dagegen werden sich freuen, einmal mehr das Grauen in und um Castle Rock zu verspüren und können vielleicht über die schriftstellerischen Schwächen hinwegsehen 😉


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