Sehnsucht nach Patagonien
Vor einer Weile habe ich auf Youtube eine Doku über eine Motorradreise durch Patagonien gesehen. Leider weiß ich nicht mehr welche, aber der Reisende berichtete, dass das Buch „Sehnsucht nach Patagonien„
von Michael Schröder Anlass war, selber eine solche Reise zu planen.

Da ich selber gerne mit dem Motorrad reise und Patagonien eines dieser Sehnsuchtsziele ist, dass vermutlich viele Menschen mit sich herum tragen, habe ich mir das Buch bestellt.
Der „Klappentext“ auf Amazon ist denkbar kurz:
Michael Schröder, Redakteur der Zeitschrift »Motor Klassik«, nimmt den Leser mit auf eine der wohl faszinierendsten Motorradreisen überhaupt: Auf einer speziell ausgerüsteten BMW GS 1250 startet er von Valparaiso aus in den wilden Süden Chiles und Argentiniens – auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer.
Okay, so viel kann man damit jetzt nicht anfangen. Es ist auch ein wenig in die Irre führend. Denn Schröder ist zwar Redakteur der Zeitschrift, er reist aber nicht zum ersten Mal mit dem Motorrad durch das Land. Vielmehr ist das (mindestens) die Dritte seiner Touren und was dazu kommt, er möchte im erreichten Alter eine alte Traumreise neu erleben.
Wir begleiten ihn also nicht dabei, Patagonien zu entdecken, sondern vielmehr dabei, eine alte Erinnerung aufzufrischen. Das Buch ist dabei auch schnell gelesen, denn die Texte sind weder tiefgründig, noch erfahren wir zu viel über Land und Leute. Wir erfahren, wie es ist, nach Jahrzehnten eine Reise zu wiederholen, die einen tiefen Eindruck hinterlassen hat.
Müsste man das Buch nach den Texten bewerten, wäre man schnell durch: Allenfalls Mittelklasse.
Das Buch hat aber eine zweite, viel wichtigere Ebene. Denn eigentlich ist es ein Bildband. Und auch wenn die Fotos manchmal eine gewissen Professionalität missen lassen, schaffen sie es doch, den Reiz des Landes zu vermitteln:
Die Berge, die Farben, die Weite.
Auch wenn der Autor keinen Zweifel daran lässt, dass Patagonien nicht mehr das Abenteuer ist, dass es vor 30 Jahren ist, ändert das natürlich nichts an der unbeschreiblichen Schönheit. Und auch wenn Patagonien heute mehr Touristen anzieht, als vor 30 Jahren, ist die Weite des Landes wie die, die ich aus Kanada kenne: Meidet man die Hotspots, zu denen scheinbar jeder ein Mal im Leben reisen will, eröffnet sich ein riesiges, wunderschönes Land.
Wenn man also ein Buch sucht, um in die Welt von Patagonien einzutauchen und viel über das Land zu lernen, so sollte man dieses Buch außen vor lassen. Will man aber an ein, zwei Winterabenden, mit dem Tee in der Hand, Fotos von einem der vermutlich schönsten Flecken der Erde bestaunen, ist es gut angelegtes Geld.
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