Kein Zurück (Never Flinch)

Normalerweise freue ich wie Bolle, wenn ein neues Buch von King erscheint. Davon gibt es seit einiger Zeit eine Ausnahme und das sind die Bücher um Holly. Weswegen ich sehr skeptisch war, als ich erfahren habe, dass das aktuelle Buch „Kein Zurück wieder ein Holly-Roman sein würde.

Die Polizei zieht Privatermittlerin Holly Gibney zurate. Ein anonymes Schreiben hat eine Mordserie angekündigt. Das erste Opfer ist eine harmlose Frau, in der Hand hält sie einen Zettel. Der Name darauf verweist auf eine Geschworene, die an der Verurteilung eines Unschuldigen beteiligt war, der im Gefängnis erstochen wurde. Der verrückte Täter tötet als „Sühneakt“ Ersatzopfer anstelle der Geschworenen? „Die Schuldigen am Tod des Unschuldigen sollen leiden“, hieß es. Das wahllose Morden geht weiter. Während Holly fiebrig das Puzzle zusammensetzt, hat sie auch alle Hände voll damit zu tun, Anschläge auf eine Feministin abzuwehren, der sie als Personenschützerin dient. Wie zielgerichtet steuert alles auf eine einzige große Katastrophe zu.

Was mir an dem Buch gefallen hat ist, dass Stephen King wieder sehr aktuelle Ereignisse in sein Buch einbindet, wie zum Beispiel die zunehmen beklopptere Pro Life – Bewegung in den USA und die dortige Politik. Ich mag das ja, dass seine Bücher immer auch ein Spiegel der Technik und Gesellschaft sind, zu der Zeit, in der sie erscheinen.

Aber leider ist es ein Holly-Roman. Und ich muss feststellen, dass es nach dem letzten Band nicht besser, sondern schlimmer wird.

Noch immer kann ich keine Beziehung zur Protagonistin aufbauen. Da hilft auch nicht, dass King die Nebendarsteller, die Holly begleiten, weiter ausbaut. Denn die spielen im Grunde keine echte Rolle.

Die Story ist auch überraschend mühsam. Zwei Handlungsstränge, die sehr spannend aufeinander treffen könnten – es aber nicht machen. Im Gegenteil, wie die das Buch insgesamt ist auch das „kleine Finale“ im Grunde eine derbe Enttäuschung.

Ich habe in Bookstats der Geschichte 3 Sterne gegeben. Von denen einer für Stephen King ist und einer für die Tatsache, dass ich bei nur 2 Sternen das Buch eigentlich direkt verschenken müsste – dann wäre aber meine Sammlung unvollständig.

Wo wir von Bookstats reden: ich habe gesehen, dass ich Ende Juni(!) mit der Geschichte angefangen habe und sie jetzt erst zu Ende gebracht habe. Das ist ungewöhnlich lange, in der Zeit habe ich auch schon mal alle(!) Bücher vom Dunklen Turm durchgesuchtet.

Und jetzt kommt etwas, von dem ich nicht gedacht habe, dass ich es mal schreiben würde: Wenn Ihr nicht wirklich die-hard-Fans von King seid und alle Bücher im Regal stehen haben wollt, spart Euch das Geld. Das Buch ist es echt nicht wert. 🙁

 

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