Glass Onion

Anfang 2020 hatte ich das große Vergnügen „Knives Out“ im Kino sehen zu dürfen. Ein echter Genuss, in dem Daniel Craig als Detektiv Benoit Blanc mit der Frage konfrontiert war, ob ein Tod Selbstmord oder Mord gewesen ist.

Das Besondere an dem Film war, dass er zwar ein ziemliches Star-Aufgebot hatte, im Wesentlichen aber von den sehr wenigen Handlungsorten und einer sehr kniffligen Story getragen wurde. Ein Film, in dem man praktisch gar nicht anders konnte als mit zu rätseln. Was ihn z. B. von „See how they run“ unterschied: Beides „who dunnit“-Filme, aber doch extrem verschieden.

Um so gespannter war ich, als ich gestern ins Kino konnte, „Glass Onion“ anschauen. Die erste Überraschung war, dass der große iSense-Saal im UCI Duisburg praktisch leer war und blieb.

Foto eines leeren Kino-Saales

Das fand ich schon befremdlich. Spielen doch neben Daniel Craig auch noch Ethan Hawke, Hugh Grant, Senera Williams(!),  Dave Bautista und andere nicht unbekannte Namen mit.

Und dann passiert, was beim Übergang von „The Transporter“ zu „The Transporter 2“ passiert ist: Man hat einen sau guten Film genommen und den Nachfolger zu 100% auf ein amerikanisches Publikum zugeschnitten: Tolle (Luxus-)Locations, riesige Explosionen, eine Story um die Zukunft von nicht weniger als dem Planeten.

Das alleine wäre ja noch irgendwie zu verkraften.

Würde der Film nicht von Minute Eins an versuchen sicher zu stellen, dass jeder Mensch, gleich wie denkfaul, bitte weder ein Detail übersieht und dabei auch von Anfang weiß wer der Bösewicht ist. Und es trotzdem alles noch zusätzlich doppelt und dreifach erklärt.

Und das ist mein Problem: Filmisch und von der Besetzung her ist das ein guter Film. In den aber der Charakter des Benoit Blanc eher nicht passt, schon fast albern wirkt. Ein Film der versucht mit Bildern und Action die Spannung des ersten Teils zu ersetzen.

Was natürlich schief geht. Und dazu führte, dass ich das Kino ziemlich enttäuscht verlassen habe. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch, vielleicht ist aber das was der Film liefert auch einfach nicht genug.

(Ich tippe auf letzteres. Und Craig allein reicht halt nicht.)

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