Earth Abides
Vor einer Weile bin ich auf die kurze Serie „Earth Abides“ gestoßen und fand die gar nicht schlecht. Weil sie mal so anders war, als das Übliche, wenn es um Endzeit geht. Ja, Virus. Ja, Ende der Menschheit. Nein, kein Alle gegen Alle.
Mir gefiel die ruhige Erzählweise und das der Fokus auf dem Wiederaufbau einer Gemeinschaft lag. Und auf den Problemen, die der Zerfall der Welt und sozialen Netze mit sich bringen würde. Also habe ich mir mal das Buch gekauft, auf dem die Serie basierte:
Leider habe ich, anders als üblich, keine alte Ausgabe gekauft. Sondern einfach die aktuelle aus dem Buchladen mitgenommen.
Ein rätselhaftes Virus greift um sich wie ein Steppenbrand und fordert weltweit Milliarden Todesopfer. Die Ordnung bricht zusammen, es gibt keine Regierungen, keine Kommunikation, keine Infrastruktur mehr. Nur ein Prozent der Weltbevölkerung überlebt die verheerende Seuche. Die Zivilisation wird ausgelöscht. Die Überlebenden, darunter der junge Student Isherwood Williams, müssen neue Wege des menschlichen Zusammenlebens suchen …
Und hier kommt direkt eine Warnung: Es kommt mit einem Vorwort, dass es besser nicht hätte. Denn Stanley Robinson ist so voll des Lobes, dass auf wenigen Seiten der gesamte Plot gespoilert wird, einschließlich der Teile, die nicht in der Serie zu sehen sind.
Wenn man das aber überwunden hat, taucht man in eine sehr spannende Geschichte ein, die nicht zu unrecht als „Vater moderner Endzeit-Literatur“ gelten darf. Wobei man am Ende die Frage stellen muss, was mit uns eigentlich nicht stimmt.
Denn Stewart beweist, dass es keine Szenarien wie in „The Walking Dead“ geben muss, wo hinter jeder Ecke ein neuer feindlicher Bösewicht auftaucht – und zwar ein menschlicher. Er beweist, dass eine Geschichte auch dann funktionieren kann, wenn sie sich auf die Dinge konzentriert, die wirklich von Bedeutung sind, wenn die Welt untergeht. Und wenn sie sich auf den Sinn einer Gemeinschaft konzentriert.
Ohne selbst zu viel zu spoilern, und die Versuchung ist groß, würde ich Euch einfach mal das Buch ans Herz legen, auch wenn Ihr sonst nicht viel mit Endzeit-Geschichten am Hut habt. Denn Kern der Story ist halt nicht, wie schlimm alles wurde. Sondern das egal wie schlimm es wird, Hoffnung nie zu Ende geht und im Grunde jedes Leben gut werden kann – gleich welche Herausforderungen sich einem in den Weg stellen.
Ich war ziemlich angetan von dem Buch, was man vielleicht merkt, und würde ihm 4,5 von 5 Sternen geben, wenn ich Sterne vergeben würde 😉
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