Der Astronaut – Project Hail Mary
Es ist ein paar Jahre her, dass ich das Buch „Der Astronaut – Project Hail Mary“ von Andy Weir gelesen habe. Und als ich mitbekam, dass es einen Film geben wird, war ich… hin und her gerissen.
Ich fand die Verfilmung von „Der Marsianer“ schon nicht ganz so schlecht, wusste aber nicht ob Ryan Gosling den Film tragen können würde. Und das müsste er, denn in weiten Teilen ist er der einzige Mensch in der Geschichte. Und ob das Buch nicht zu komplex für Kino ist?
Also bin ich am vergangenen Wochenende im UCI in Duisburg zu Gast gewesen und habe mir den Film mal angesehen.
Dabei habe ich bewusst versucht, meine Erwartungen nicht zu hoch sein zu lassen, um die erwartete mögliche Enttäuschung nicht zu schlimm werden zu lassen.
Und nach nur gut 30 Minuten Werbung(!) ging es dann los.
Und eigentlich kann ich es kurz machen: Der Film ist großartig. Ehrlich.
Nicht nur, dass er filmische ganz großes Kino ist. Sondern die Nähe zur ursprünglichen Geschichte und die weitgehende Vermeidung künstlicher Action oder so, trägt dazu bei. Aber auch Gosling spielt in dem Film eine verdammt gute und überzeugende Rolle, die weit über meine Erwartungen hinausgeht.
Das Einzige, das ich zu meckern hätte, wenn ich denn meckern wollen würde, wäre der Soundtrack. Der ist manchmal zu dramatisch, oft zu laut und zerstört damit die seit Alien bekannte Weisheit, dass dich im All niemand schreien hört.
Was ein bisschen schade ist: Der Film ist eigentlich zu kurz, weswegen das durchaus interessante Ende des Buches sehr komprimiert wird und man den Eindruck hat, dass das geschehen ist, um nicht die Marke von 3 Stunden zu reißen.
Was gerade bei diesem Film überhaupt kein Problem gewesen wäre. Zum einen erzählt er mit genügend Ruhe um die großartigen Bilder in sich aufnehmen zu können. Zum anderen aber ist er an keiner Stelle wirklich langweilig. Vielleicht hier und da etwas langatmig, wenn man das Gefühl hat, er versucht zu sehr zu erklären, was man sieht. Aber nicht langweilig.
Und so bin ich extrem gut unterhalten aus dem Film gegangen und kann Euch den wirklich nur empfehlen. Selbst für Leute die eigentlich weniger mit Sci-Fi etwas anfangen können, ist der Film eine Empfehlung, weil es halt weniger um das All an sich geht und mehr um Freundschaft, Kameradschaft, Vertrauen und Moral.
Und das ganz ohne den sonst in solchen Filmen gerne gesehenen erhobenen Zeigefinger der Amerikaner. Wobei der Film natürlich nicht ohne einen gewissen Pathos daherkommt 😉
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War gestern auch mit Nachwuchs 2.0 drin und wir waren beide sehr angetan! Kann Dir voll und ganz zustimmen.
Eine Sache hat mich allerdings trotzdem mehrfach sehr gestört: Grace sieht aus wie Boris Grischenko in Goldeneye. Das hat mir viele Szenen etwas verhagelt 🙂