Dark Origins

In meinem SUB* finde ich immer wieder Bücher, bei denen ich nicht die geringste Ahnung habe, wie sie dort hineingekommen sind. Das gilt auch für das Buch „Dark Origins“ von Anthony E. Zuiker.

Der Autor ist vielleicht Serienjunkies bekannt, denn er ist der kreative Kopf hinter einer Reihe von CSI-Iterationen und mit Dark Origins, oder später Level 26: Dark Origin, versucht er sich als Autor von Thriller-Romanen:

Strafverfolgungsbehörden teilen Mörder in verschiedene Kategorien der Bösartigkeit ein, angefangen bei Zufallstätern der Stufe 1 bis hin zu Folterern und Schlächtern der Stufe 25, deren Grausamkeit und Perversität sich dem normalen Begriffsvermögen entziehen. Kaum jemand weiß, dass eine neue Kategorie entstanden ist, eine unvorstellbare und bisher unbekannte Dimension des Schreckens. Und nur jene namenlose Elitetruppe von Männern und Frauen, die in keiner offiziellen Akte geführt wird und deren Aufgabe es ist, die gefährlichsten Killer und Psychopathen der Welt auszuschalten, weiß von dieser neuen Kategorie. Eine Kategorie, in die bislang erst eine Person gehört. Seine Opfer: Jeder Seine Methoden: Alles, was ihm geeignet erscheint Sein Alias: Sqweegel Seine Einstufung: Level 26

Das Interessante ist, dass das Buch mehr als 15 Jahre alt ist und Zuiker damals was Neues gewagt hat: Immer wieder wird man in dem Buch aufgefordert, auf eine Website zu gehen, auf der es Videos gibt, die die Geschichte vorantreiben.

Der Haken: Die Domain, also der Name der Website, wurde von einem „Domaingrabber“ übernommen. Das sind Unternehmen oder Personen, die nicht verlängerte Domains übernehmen und dann z. B., wie hier, Glücksspiel-Werbung schalten. Als Plattform für die Videos hat man damals dann auch noch ausgerechnet Youtube gewählt: Wer suchet, der findet, inzwischen hat Youtube aber einige der Videos gelöscht – scheinen nicht angemessen für die Werbekunden gewesen zu sein.

Witzig fand ich, dass die Videos teilweise die optische Anmutung der Clips haben, die man damals in Computerspielen wie Command & Conquer zu sehen bekam. Andersherum, wir reden hier von einem Experiment von vor Ewigkeiten.  Also will ich da mal nicht zu kritisch sein. Die Videos nicht gucken zu können, ist auch nicht schlimm, das Buch vermittelt das notwendige Wissen auch anderweitig.

Womit ich dagegen kritisch ins Gericht gehen möchte, ist das Buch selbst. Bzw. die Story. Die ist nicht nur langweilig, sondern auch unfassbar vorhersehbar. Ich war schon nach sehr kurzer Zeit ziemlich angefressen von erstens dem „Idiot Plot“ und zweitens der Banalität. Wie kann man einen „Superschurken“ schaffen und alles andere völlig platt, eindimensional und langweilig ausgestalten?

Irgendwie harmonierte für mich nichts in dem Buch. Die Protagonisten, die Antagonisten, die Beziehungeflechte, die Taten des Schurken, alles wirkte ein bisschen als könne es auch eine „Treehouse of Horror„-Folge sein. Und damit wenigstes lustig gemeint.

Anyway: ich bin nicht der Erstbesitzer dieses Buches und werde es einfach mal in den örtlichen Bücherschrank stellen. Vielleicht bin ich einfach zu abgehoben, um mit dieser Art von Geschichten Spaß zu haben. Oder zu blöde, sie zu verstehen.  Was es auch ist, ein bisschen schade finde ich es schon, weil die Idee, Buch und Video zu verbinden schon irgendwie spannend gewesen ist.

 

 

 

*) SUB – Stapel Ungelesener Bücher


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