Careless People

Das Buch „Careless People – A Cautionary Tale of Power, Greed, ans Lost Idealism war mit Sicherheit eines der am meisten erwarteten Bücher in 2025. Nicht zuletzt, weil es einen Einblick in die geheime Welt von Zuckerberg und Co versprach, sondern auch wegen des daraus resultierenden Rechtsstreits.

From trips on private jets and encounters with world leaders to shocking accounts of misogyny and double standards behind the scenes, this searing memoir exposes both the personal and the political fallout when unfettered power and a rotten company culture take hold. In a gripping and often absurd narrative where a few people carelessly hold the world in their hands, this eye-opening memoir reveals what really goes on among the global elite.

Sarah Wynn-Williams tells the wrenching but fun story of Facebook, mapping its rise from stumbling encounters with juntas to Mark Zuckerberg’s reaction when he learned of Facebook’s role in Trump’s election. She experiences the challenges and humiliations of working motherhood within a pressure cooker of a workplace, all while Sheryl Sandberg urges her and others to „lean in.“

Die Autorin beginnt ihren Aufstieg bei Meta als Global Policy Director, überzeugt davon, das Unternehmen helfe, die Welt zu verbessern. Schon am Anfang hätte ihr klar sein müssen, dass das nicht wahr ist und sie sich in die legendäre „Höhle des Löwen“ begibt. Das blendet sie aber alles aus. Ihr Leitmotiv: „Das wird schon gutgehen.“

Das Problem ist, dass man sich als halbwegs intelligenter Mensch ständig fragt, was sie eigentlich erwartet hat, wenn wie von dem Druck berichtet, dem sie ausgesetzt ist und den Anforderungen, die man sie stellt – auch was die Vernachlässigung der eigenen Familie angeht. Schon nach wenigen Kapiteln denkt man, naja dachte ich, ziemlich oft: Wie Naiv kann man eigentlich sein? Dachte sie wirklich, sie verändert Facebook zum Guten? 

Was komplett fehlt, ist jede Form von Selbstkritik. Man sagt ja „wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“, bei Williams ist das eher ein „ich begebe mich in Gefahr und alle wollen mich umbringen“. Sie lässt kein gutes Wort an Zuckerberg oder der Führungskultur von Facebook und auch hier wieder: Wie naiv kann man eigentlich sein?

Was sich mir nicht erschließen konnte, war der Wirbel um das Buch als „Enthüllung“. Das kann gut platziertes PR sein, denn inhaltlich enthüllt das Buch eigentlich nichts, was man als Enthüllung bezeichnen würde. Speichellecker lassen einen Milliardär Spiele gewinnen? Politiker und Multimillionäre leben in eigenen Welten? So what, wissen wir.

Ich hatte eher den Eindruck, die Autorin will einfach in den Arm genommen werden und hören, wie gemein die Welt doch zu ihr ist und das sie doch gar nicht schuld ist und die Gute ist. Aber wie gesagt, wer sich in Gefahr begibt…

Ein besserer Titel für das Buch wäre: „Ich war freiwillig bei Facebook angestellt und dafür würde ich gerne ganz doll viel Mitleid haben wollen. Am Besten in Bar.“ Und ich muss sagen, ich ärgere mich ein wenig, dass ich auf den Hype hereingefallen bin und das Buch gekauft habe. Das Geld hätte ich sehr viel besser anders anlegen können.

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