Planeten Des Grauens

Als ich Kind war, war mein wertvollster Besitz die Mitgliedskarte der Bücherei. Auch wenn wir sehr viele Bücher zu Hause hatten, war die Bücherei meine Schatzkammer. Stunden, ach Tage habe ich zwischen den Büchern verbracht.

Viele Bücher habe ich vergessen, wenige haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Einige wenige sind nur als Erinnerungsfetzen hängen geblieben und genau diese Bücher reizen mich von Zeit zu Zeit. Weswegen ich dann schaue ob ich das Buch nicht wiederfinde und ggf. sogar kaufen kann.

Eines dieser Bücher ist „Planeten des Grauens“ von Rainer M. Schröder, das in sich ein Sammelband der Geschichten

  • Unheimliche Begegnung der Vierten Art
  • Unheimliche Begegnung der Fünften Art
  • Unheimliche Begegnung der Sechsten Art

ist. Wem das irgendwie bekannt vor kommt, der hat nicht unrecht, denn die Bücher knüpfen lose an den ein Jahr vorher (1977) erschienenen Film „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ an:

Der Film endet damit, dass die Wissenschaftler das Raumschiff betreten, das Buch beginnt genau hier.

Es ist im klassischen Sinne ein Jugendbuch, dass damals vielleicht sogar Potential hatte, richtig spannend zu sein. Nach heutigen Maßstäben ist es das natürlich nicht. Trotzdem habe ich das Buch an zwei Abenden weggelesen.

Das liegt natürlich an einer romantischen Verklärung, die alle Kindheitserinnerungen mit sich bringen und damit, wie sich aus den Fetzen der Erinnerung wieder Bilder formten. Aber auch wegen „Krieg der Welten„:

Hört man sich heute das Original an, kann man sich kaum vorstellen, dass die Erstaustrahlung 1938 dieses schon 1898 erschienenen Buches die Menschen in Panik versetzte. Was daran liegt, dass wir heute so viel weiter hochtechnisiert sind als damals. Bei Wells gab es vieles der heute normalen Technik nicht und Schröder sieht sich verleitet zu erklären, was Solarpanel sind und beschreibt moderne LED-Lampen als technisch-fantastisches Konstrukt.

Und eigentlich macht das ja auch den Reiz alter Sci-Fi aus. Sich noch mal anschauen, was die Menschen damals der Zukunft zutrauten, von ihr erwarteten und fürchteten. Und was wirklich draus geworden ist.

Und deswegen machte es Spaß, das Buch zu lesen.

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