Die Optimierer

Nachdem ich QualityLand gelesen und gemocht habe, zog es mich zu

Die Optimierer
von Theresa Hannig

Das Buch spielt in naher Zukunft in der „Bundesrepublik Europa“, die QualityLand nicht unähnlich ist.

Allerdings geht es hier nicht so sehr um die Frage wie man das Scheitern unserer Gesellschaft in Humor packen kann. Vielmehr geht es darum, den Einfluss von Technik auf die Gesellschaft zu demonistrieren.

Vordergründig steht ein „Lebensberater“ im Mittelpunkt und ein Kandidat für eine Präsidentschaftswahl. Zunächst im Hintergrund dagegen steht ein Scoring-System, dass beim Lesen verblüffend an das Sozialkredit-System in China erinnert.

Wie auch schon QualityLand ist „Die Optimierer“ eigentlich ein Roman zur Unterhaltung. Tatsächlich aber dürfte der Unterhaltungswert schnell gegen ein beklemmendes Gefühl ausgetauscht werden, wenn man den raschen gesellschaftlichen Abstieg des Protagonisten in einem von Computern, Robotern und Algorithmen bestimmten Leben verfolgt.

Was an manchen Stellen noch vor wenigen Jahren Fiktion war, ist heute längst Routine. Computerprogramme entscheiden anhand der Adresse an der wir leben, ob wir online bestellen dürfen und wie wir zahlen. Sinkt unser Kredit-Scoring, werden Kredite teurer oder unerreichbar. Und in China beginnt man bereits, auch Informationen über Freunde und Verwandte in die Bewertung einzubinden.

Das alles schwingt im Subkontext von „Die Optimierer“ mit. Einem Roman, den man gelesen haben sollte, für den Fall das man in einigen Jahren Kindern erklären will, wie es dazu kam, dass sich die Gesellschaft auf Computerprogramme verlassen hat und wie das dazu führte, dass den Menschen jegliche Selbstbestimmung unmöglich gemacht wurde. Es sei denn, es war gut für den Score.

Auf jeden Fall ist das Buch lesenswert für Nerds. Aber auch für Menschen die kritisch hinterfragen ob eigentlich gut ist, Technik zu vertrauen, die wir selbst nicht mehr verstehen.

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