Eine Geschichte der Wölfe von Emily Fridlund

Eine Geschichte über das Erwachsenwerden

Aufmerksam geworden bin ich über eine Büchergruppe und habe mir das englische Buch bestellt: History of Wolves. Wie so oft, ist auch hier der deutsche Klappentext nicht so ergiebig, deswegen hier der englische:

“Linda has an idiosyncratic home life: her parents live in abandoned commune cabins in northern Minnesota and are hanging on to the last vestiges of a faded counter-culture world. The kids at school call her ‘Freak’, or ‘Commie’. She is an outsider in all things. Her understanding of the world comes from her observations at school, where her teacher is accused of possessing child pornography, and from watching the seemingly ordinary life of a family she babysits for. Yet while the accusation against the teacher is perhaps more innocent than it seemed at first, the ordinary family turns out to be more complicated. As Linda insinuates her way into the family’s orbit, she realises they are hiding something. If she tells the truth, she will lose the normal family life she is beginning to enjoy with them; and if she doesn’t, a life is at stake. Superbly-paced and beautifully written, HISTORY OF WOLVES is an extraordinary debut novel about the lengths a person will go to find the life they desire”

Das Buch ist eindringlich geschrieben, die Kleinstadtatmosphäre sehr gut eingefangen. Die im Winter durch Schneestürme auf einen minimalen Radius verkleinerte Welt, die Lindas generelle Einsamkeit noch deutlicher macht. Linda (eigentlich Madeline) ist eine Protagonistin, die einen herausfordert. Man fühlt sich gleichsam hingezogen und abgestoßen von Linda und den Handlungen oder Unterlassungen, für die sie sich im Laufe des Buches entscheidet. Ihr Wunsch, um jeden Preis irgendwo wirklich dazuzugehören, führt zu einem Egoismus, der Linda viele kleine Warnungen im Laufe der Erzählungen übersehen oder ignorieren lässt. Tatsächlich passiert dies dann auch dem Leser, weil man noch nicht weiß, was man am Ende der Geschichte weiß.

Es ist Emily Fridlund wirklich gelungen, den Lesen in die Geschichte einzubeziehen, in ihm Verständnis und gleichzeitig Abscheu zu wecken. Der Leser bleibt irritiert, entsetzt und hilflos zurück und stellt sich die Frage: wie kann man mit so einer Geschichte in seiner Vergangenheit erwachsen werden? Am Ende gibt es keine Lösung und keinen Trost, keine Möglichkeit, alles irgendwie verständlich zu machen…

Mein Fazit: Lesenswert, aber nicht entspannend!

 

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