Die Singularitätsfalle

Nachdem ich jetzt ja Outworld und Bobiverse gelesen habe, lag es nahe auch „noch eben“ das Buch „Die Singularitätsfalle“ von Dennis E. Taylor zu lesen.

Schon sein ganzes Leben lang wird Bergmann Ivan Pritchard vom Pech verfolgt. Um seiner Familie endlich ein komfortableres Leben zu ermöglichen, möchte er sein Glück nun mit Asteroiden versuchen und heuert auf der »Mad Astra« an. Doch der Neue auf dem Schiff zu sein, ist gar nicht so einfach: Die Crew schikaniert ihn, und gewöhnt man sich eigentlich jemals an diese Schwerelosigkeit? Als sich aus den Tiefen des Alls eine dunkle Bedrohung nähert, die die Erde auszulöschen könnte, beschließt Ivan, sein Schicksal endlich selbst in die Hand zu nehmen …

Und was soll ich sagen?

Das Buch ist nicht nur extrem kurzweilig, es ist auch eines dieser Bücher die man nicht aus der Hand legen mag, bis man sie zu Ende gelesen hat. Gut, natürlich sollte man eine Fabile für Science Fiction haben. Aber dann ist Taylor für mich, was King im Bereich „Spannung“ ist.  Die Geschichte beginnt ausnehmend harmlos und geht…. wenig effekthaschend weiter. Keine Monster, die die Menschen fressen wollen, keine Sternenzerstörer, die die Sonne vernichten wollen. Sondern winzig kleine Nano-Computer.

Dabei ist die zentrale Message des Geschichte keineswegs Zukunft. Denn die der Menschheit vom Computer aufgezeichneten Entwicklungswege sind die eigene Zerstörung (Kalter Krieg), die Vernichtung der Umwelt (Klimawandel) und als dritte Alternative die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen wird, dass die Erde besser dran ist, wenn es keine Menschen gibt.

Die außerirdische „Zivilisation“, mit der wir in dem Buch Kontakt aufnehmen, schlägt letztlich einen vierten Weg vor. Der, daraus macht die Geschichte keinen Hehl, an sich auch extrem grausam zu sein scheint – was aber, wenn man die Alternativen abwägt?

Und letztlich geht es auch um die Frage, wie stark Algorithmen und binäres Denken unsere Zukunft entscheiden wollen und dürfen. Kann man die Menschheit in einem binären Entscheidungsbaum aus Ja und Nein, Wahr und Falsch abbilden? Kann es für die Frage unserer Zukunft nur zwei mögliche Alternativen geben, bestehend aus (Selbst-)vernichtung und… naja, das soll an der Stelle nicht verraten werden.

Defintiv ist die Geschichte um Ivan tiefgründiger als das Bobiverse oder Outland. Aber das auf eine Art und Weise, die den Lesefluß eher fördert als hemmt. Was am Ende zu der Frage führt, ob wir unser Schicksal selbst bestimmen wollen, ob wir wollen das Ivan für uns entscheidet oder…

… der Computer.

Aus den Büchern, die ich dieses Jahr bereits lesen durfte, eine ganz klare Leseempfehlung!

 

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