Harold von Einzlkind

Es gibt witzige Bücher. Traurige. Solche die zum Nachdenken anregen und solche, die man nach der letzten Zeile sofort vergisst. Es gibt Bücher die amüsieren, Bücher die Unterhalten, Bücher die langweilen und Bücher, die belanglos sind. Und es gibt “Harold” von “Einzlkind” (kein Typo).

“Harold bringt sich gerne um. Das ist sein Hobby. Ansonsten ist er Wurstfachverkäufer. Aber seine spezielle Feindin aus der Käseabteilung sorgt dafür, dass Harold entlassen wird. Und dann muss er eine Woche lang auf den 11-jährigen Melvin aufpassen, der behauptet, ein Genie zu sein. Ein hochintelligentes, aber auch altkluges Bürschchen, um genauer zu sein: eine Nervensäge, die den wehrlosen Harold in ein Schlamassel nach dem anderen hineinzieht. Melvin sucht seinen Vater. Harold begibt sich mit auf die Reise und bereut es spätestens, als er die Queen überfährt.”

Auf dem Klappentext liest man:

“Zwischen J.D. Salinger und Terry Pratchett, Nick Hornby und Monty Phyton platziert sich dieser Roman tatsächlich als gemeines kleines Wunder (Frankfurter Rundschau)”

Und jetzt stellen wir uns mal eine Spinnennetzgrafik mit 4 Dimensionen vor. Um so weiter wir uns in Richtung Salinger, Pratchett, Hornby und Monty Phyton bewegen, um so bunter, skurriler, besser wird unser Diagramm. Bewegen wir uns aber zwischen die Vier, mitten in ihr Zentrum, finden wir dort ein alles verschlingendes schwarzes Loch: “Einzlkind”

Jeder Spaß, jede Trauer, jede Freude, jede Wut, ja jede Emotion wird aus dem Leser heraus gesaugt, in dieses schwarze Loch von Buch hinein, ohne Chance jemals wieder das Tageslicht zu erblicken.

Erst dachte ich, ich müsse mich an den Stil gewöhnen. Dann dachte ich, das Buch hat keinen Stil. Dann dachte ich, später wird es besser. Später wurde es aber nicht besser. Dann dachte ich, verbrenn es doch, aber mein Feuerzeug geht aus, wann immer es in die Nähe des Buches kommt. Dann dachte ich, schenke es Deinem größten Feind, aber der bin ja ich und ich habe es ja schon.

Dann habe ich etwas gemacht, was für viele Bücher die Höchststrafe ist. Ich habe es ins Regal gestellt. In die zweite Reihe. Die ewige Dunkelheit, die Schatten die kein Auge durchdringt. Und dort wird es stehen, bis ich jemanden finde den ich so sehr verabscheue, dass ich es ihm schenke.

Ach so, wovon es handelt? Keine Ahnung.

 

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